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Wie ein Album Protest und Schönheit verflocht: <em>An Evening with Belafonte/Makeba (1965)

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November 2, 2025

Alben • Geschichte • Protest & Harmonie

Wie ein Album Protest und Schönheit verflocht: An Evening with Belafonte/Makeba (1965)

Eine Zusammenarbeit von Harry Belafonte und Miriam Makeba, die den Klang des südafrikanischen Freiheitskampfs in amerikanische Wohnzimmer schmuggelte – und dabei einen GRAMMY gewann.

Warum es heute noch zählt: 1965 bei RCA Victor erschienen, trug das Album Lieder auf Zulu, Xhosa, Sotho und Swahili – teils ausdrücklich anti-apartheid – zu einem weltweiten Publikum. Im folgenden Jahr erhielten Belafonte und Makeba einen GRAMMY; Makeba gilt weithin als erste afrikanische GRAMMY-Preisträgerin.[1][2][3]

Album-Überblick

📱↔️ Auf dem Smartphone im Querformat am besten lesbar.
Rubrik Details
Titel An Evening with Belafonte/Makeba (RCA Victor)
Veröffentlichung 1965; aufgenommen in den RCA Studios, New York City (Sept. 1965).[1][3]
Sprachen Zulu, Xhosa, Sotho, Swahili (traditionelles & zeitgenössisches südafrikanisches Repertoire).[3]
Schlüsselstücke „Train Song (Mbombela)“, „Nongqongqo (To Those We Love)“, „Give Us Our Land (Mabayeke)“, „Ndodemnyama (Beware, Verwoerd)“.[3]
Auszeichnung GRAMMY Award, 1966 (Best Folk Recording).[2]

Quellen: AllMusic (Session & Label); GRAMMY.com (Preis/erste afrikanische Gewinnerin); Wikipedia (Albumüberblick/Sprachen/Titel).[1][2][3]

Die Geschichte & der Klang

Mitte der 1960er nutzte Harry Belafonte – längst ein Name in jedem Haushalt – seine Plattform für eine kulturelle Intervention. Er holte Miriam Makeba, die exilierte südafrikanische Altstimme, in RCAs New Yorker Studios zusammen, um ein Projekt aufzunehmen, das afrikanische Lieder ohne Crossover-Lackierung präsentierte. Die Arrangements sind spartanisch: Handperkussion, Gitarren, Marimbas, gemeinschaftliche Chöre. Entstanden ist ein Studiomitschnitt, der wie ein Beisammensein klingt: Wiegenlieder und Klagelieder, Arbeitslieder und Warnrufe, Liebeslieder und Befreiungshymnen – gesungen in Sprachen, die viele Käufer in den USA erstmals hörten.[1][3]

Ausgewählte Stücke — und warum sie wirken

„Train Song (Mbombela)“

Ein rollender Puls wie Stahl auf Schienen: „Mbombela“ ruft Distanz und Aufbruch herauf – die Wanderbewegungen, die die Arbeitswelt unter der Apartheid prägten. Belafonte und Makeba wechseln sich wie Bahnhofsdurchsagen ab; der Chor schwillt an wie eine Menge am Bahnsteig. (Aufnahmen führen die Komposition häufig auf Welcome Duru zurück.)[4]

„Nongqongqo (To Those We Love)“

Ruf und Antwort über Herzschlag-Groove. Der Text wirkt wie ein Brief, durch ein Zellfenster geschmuggelt: Trost für die Lieben, Entschlossenheit für die Eingesperrten. Makebas Vortrag ist intim und unsentimental – genau deshalb bleibt er haften.[3]

„Give Us Our Land (Mabayeke)“

Klarer Titel, steigender Refrain: Die Forderung ist nicht metaphorisch. Mit gemeinschaftlichem Lift gesungen, klingt das Stück wie eine von einem Dorf vorgetragene Petition – teils Erinnerungsarbeit, teils Gegenwartspolitik.[3]

„Ndodemnyama (Beware, Verwoerd)“

Kompakt und scharf – eine Warnung an Premier Hendrik Verwoerd, oft als Architekt der Apartheid bezeichnet. Der Zulu-Refrain ist ein Sprechgesang; der Groove macht aus Zeugenschaft Bewegung. Die Nachgeschichte des Lieds in Chor- und Protestkontexten zeigt die Dauerhaftigkeit seiner Energie.[5]

Anhören (Video/Audio)

Tipp: Tracklisten und Pressungsdetails sind gut dokumentiert; vergleicht verschiedene Editionen und Session-Infos, bevor ihr Zeiten im Print übernehmt.[6]

Einfluss & Vermächtnis

Die Leistung des Albums war weniger ein einzelner Hit als ein Perspektivwechsel. Es normalisierte afrikanische Sprachen in einer Mainstream-US-Veröffentlichung, stellte schwarze südafrikanische Idiome und Komponisten in den Vordergrund und nutzte Starpower, um ohne Dozenten-Ton eine moralische These vorzutragen. Die GRAMMY-Würdigung ein Jahr später honorierte nicht nur Exzellenz, sondern auch ein sich erweiterndes amerikanisches Ohr – und schrieb Makebas Namen offiziell als markanten „Ersten“ fest.[2][3]

Quellen

  1. AllMusic:An Evening With Belafonte/Makeba — Songs, Reviews, Credits.“ Überblick zu Session/Ort/Label.
  2. GRAMMY.com:Miriam Makeba: The First African GRAMMY Winner.“ Preis-Kontext und historischer „Erster“.
  3. Wikipedia:An Evening with Belafonte/Makeba.“ Albumüberblick, Sprachen, markante Stücke.
  4. YouTube (Official/Topic):Train Song (Mbombela).“ Audio-Referenz; Urheberangabe häufig Welcome Duru.
  5. Wikipedia:Ndodemnyama (Beware, Verwoerd).“ Hintergrund zum Protestlied.
  6. Discogs (Master Release):An Evening With Belafonte/Makeba.“ Pressungen, Katalognummern, Track-Varianten.

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