12 legendäre Lieder Südafrikas, die eine Nation prägten
Juli 8, 2025
12 legendäre Lieder Südafrikas
Von Freiheitshymnen bis zu weltweiten Tanzphänomenen: Lieder, die den Geist, den Kampf und die Seele einer Nation eingefangen haben.
Asimbonanga
Johnny Clegg & Savuka
Hintergrund
„Asimbonanga" (Zulu für „Wir haben ihn nicht gesehen") ist ein eindringliches Protestlied von Johnny Clegg und seiner Band Savuka. Clegg, ein weißer Südafrikaner, der oft „der weiße Zulu" genannt wurde, schrieb den Song auf dem Höhepunkt der Apartheid als Hommage an Nelson Mandela, der zu jener Zeit noch immer inhaftiert war. Mandelas Namen damals überhaupt in einem Lied zu nennen, war mutig und zugleich gefährlich. Cleggs Verschmelzung von Zulu-Rhythmen und westlichem Rock verlieh dem Track eine unverwechselbare Signatur.
Kulturelle Bedeutung
Asimbonanga avancierte rasch zur Hymne der Freiheitskämpfer und der Anti-Apartheid-Bewegung. Das Mass Democratic Movement und die United Democratic Front, die in den späten 1980er-Jahren gegen die Apartheid stritten, nahmen das Lied zu eigen. Unvergessen bleibt jener Moment im Jahr 1999, als bei einem Konzert kein Geringerer als Nelson Mandela selbst zu Johnny Clegg auf die Bühne trat. Das Publikum war zu Tränen gerührt.
Ein trotziger Aufruf, der Mandelas Namen in die Wohnzimmer trug; die gemeinsame Bühnenbegegnung von 1999 zählt bis heute zu den ergreifendsten Augenblicken der Musikgeschichte.
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Shosholoza
Traditionelles Nguni-Volkslied
Hintergrund
„Shosholoza" ist ein traditionelles Nguni-Volkslied, dessen Ursprünge mehr als ein Jahrhundert zurückreichen, zu den Wanderarbeitern im südlichen Afrika. Im Wechselgesang vorgetragen, wurde es ursprünglich von Ndebele-Bergleuten gesungen, die mit der Dampflokomotive von Simbabwe (damals Rhodesien) zu den südafrikanischen Minen reisten. Das Wort shosholoza bedeutet im Ndebele in etwa „vorwärts" oder „macht Platz" und ahmt zugleich das Stampfen der Dampflokomotive nach.
Kulturelle Bedeutung
Mit der Zeit verließ Shosholoza die Minen und wuchs in die südafrikanische Identität hinein. Wegen seiner Beliebtheit und seiner verbindenden Kraft wird es häufig die „zweite Nationalhymne" Südafrikas genannt. Das Lied trägt Hoffnung, Gemeinschaftssinn und Beharrlichkeit; bei sportlichen Großereignissen und nationalen Anlässen erklingt es als Ruf der Solidarität.
In den Minen geboren, im Stadion geliebt: Dieses Lied ist Südafrikas inoffizielle zweite Hymne.
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Welela
Miriam Makeba
Hintergrund
„Welela" ist ein Kleinod aus den späten 1980er-Jahren von Miriam Makeba, die liebevoll „Mama Africa" genannt wurde. Das Stück ist der Titeltrack ihres Albums Welela (1989), das sie nach drei Jahrzehnten im Exil aufnahm. Das Wort welela bedeutet im Xhosa „hinüberziehen" und trägt eine persönliche Note: Makeba widmete das Lied ihrer Mutter.
Kulturelle Bedeutung
Kurz vor Mandelas Freilassung und Makebas eigener Rückkehr nach Südafrika 1990 veröffentlicht, wirkte Welela wie ein Vorbote des Kommenden: der Übergang aus den finsteren Jahren der Apartheid in eine hoffnungsvollere Zukunft. Kulturell stand das Lied für Makebas Wiederfinden von Familie und Heimat, eine Erfahrung, die viele Exilierte teilten.
Ein zartes Heimkehrlied, veröffentlicht kurz bevor Makeba nach 30 Jahren Exil endlich nach Hause zurückkehren konnte.
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Mannenberg
Abdullah Ibrahim
Hintergrund
„Mannenberg (Is Where It's Happening)" ist ein Meilenstein der südafrikanischen Jazzgeschichte, ein Instrumentalstück des Pianisten Abdullah Ibrahim (vormals Dollar Brand). 1974 in Kapstadt aufgenommen, trägt es den Namen Manenbergs, eines Townships in den Cape Flats, das zum Sinnbild der Zwangsumsiedlungen unter der Apartheid wurde. Über dreizehn Minuten lang verschränkt Mannenberg Cape-Malay-Grooves mit amerikanischem Jazz und afrikanischen marabi-Einflüssen (marabi: ein urbaner Klavierstil aus den südafrikanischen Townships der 1920er- und 1930er-Jahre).
Kulturelle Bedeutung
Mannenberg wuchs über die Jazzszene hinaus und wurde zu etwas Größerem. Das Stück verkaufte sich zehntausendfach und galt 1974/75 als bestverkauftes Jazzalbum Südafrikas. In den 1980er-Jahren, als sich der Widerstand gegen die Apartheid zuspitzte, entwickelte sich Mannenberg zur inoffiziellen Hymne des Aufbegehrens.
Eine dreizehnminütige Jazz-Improvisation, die zum Soundtrack des Widerstands wurde: ein Beleg dafür, dass instrumentale Musik mitunter lauter spricht als jedes Wort.
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Nkalakatha
Mandoza
Hintergrund
„Nkalakatha" (Zulu-Slang für „Anführer" oder „Boss") ist der Signature-Hit des kwaito-Künstlers Mandoza (kwaito: ein südafrikanisches Urban-Genre der 1990er-Jahre, das Township-Attitüde mit House-Beats und Texten in den Landessprachen verbindet) und erschien im Jahr 2000. Nkalakatha ruht auf einer unwiderstehlichen Bassline und einem Refrain, der die Menschen unmittelbar in seinen Bann zog.
Kulturelle Bedeutung
Nur wenige Lieder haben Südafrika in gemeinsamer Freude so vereint wie Nkalakatha. Der Track durchbrach Grenzen: Er lief in den Minibus-Taxis der Townships gleichermaßen wie in den Autoradios der Vorstädte. Für viele wurde er zur inoffiziellen Party- und Sporthymne der Post-Apartheid-Ära.
Die kwaito-Hymne, die ein neues Südafrika auf der Tanzfläche vereinte: Wenn der Beat einsetzt, dann sangenas (alle machen mit).
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Jerusalema
Master KG feat. Nomcebo Zikode
Hintergrund
„Jerusalema" ist ein modernes südafrikanisches Meisterwerk, das die Welt erobert hat. Produziert von DJ Master KG, mit dem Gesang von Nomcebo Zikode, erschien das Lied Ende 2019 als gospelnaher House-Track. Der Zulu-Text trägt einen spirituellen Ton, der Beat hingegen ist pure Freude: ein mittelschneller Afro-House-Groove mit einer Melodie, die unweigerlich ansteckt.
Kulturelle Bedeutung
In der Zeit von COVID-19 und Lockdowns wurde Jerusalema zum Sinnbild für Hoffnung und Zusammenhalt. Über Tanz-Challenges verbreitete sich das Lied rasant, kletterte weltweit in die Charts und wurde zu einem der größten popkulturellen Exportgüter Südafrikas.
Die Lockdown-Hymne, die die Welt im Tanz verband: Von Pflegekräften bis zu Flashmobs fand jeder Freude in denselben Schritten.
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Pata Pata
Miriam Makeba
Hintergrund
„Pata Pata" ist international wohl das bekannteste südafrikanische Lied, getragen von der unvergleichlichen Miriam Makeba. Ursprünglich Ende der 1950er-Jahre in Südafrika entstanden, nahm Makeba den Song 1967 in New York erneut auf; jene Fassung wurde ein weltweiter Hit. Die Wendung pata pata bedeutet im Xhosa „berühren, berühren" und verweist auf einen Tanz, bei dem sich die Tanzenden im Rhythmus gegenseitig antippen.
Kulturelle Bedeutung
Mit Pata Pata wurde Miriam Makeba zu einer der ersten afrikanischen Künstlerinnen, die in den globalen Pop-Charts Fuß fassten. Während Südafrika durch die Apartheid isoliert war, überschritt ihre Musik Grenzen und führte viele Menschen erstmals an afrikanische Sprachen und Kultur heran.
Das Lied, das die Welt mit den Xhosa-Schnalzlauten und dem afrikanischen Groove bekannt machte: Auch heute fällt es schwer, dabei stillzusitzen.
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Soweto Blues
Miriam Makeba & Hugh Masekela
Hintergrund
„Soweto Blues" ist ein klagendes, seelenvolles Stück, gesungen von Miriam Makeba und geschrieben von Hugh Masekela. Erschienen 1977, ein Jahr nach dem Aufstand von Soweto im Juni 1976, als Tausende schwarzer Schülerinnen und Schüler gegen das Bildungssystem der Apartheid aufbegehrten und viele auf brutale Weise getötet wurden.
Kulturelle Bedeutung
Das Lied wurde zum musikalischen Zeugnis des Aufstands und des Anti-Apartheid-Kampfes. Für viele Südafrikanerinnen und Südafrikaner trägt Soweto Blues bis heute die Trauer eines finsteren Kapitels in sich und zugleich dessen Widerstandskraft.
Ein nachhallendes musikalisches Denkmal, das rund um den 16. Juni (Youth Day) noch immer als Lied des Gedenkens und der Ehrerbietung erklingt.
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Bring Him Back Home
Hugh Masekela
Hintergrund
„Bring Him Back Home" (auch unter dem Titel „Mandela" bekannt) ist ein freudvolles und zugleich trotziges Lied von Hugh Masekela, im Exil geschrieben und 1987 veröffentlicht. Die Geschichte dahinter ist bewegend: 1985 erreichte Masekela ein heimlich übermittelter Brief Nelson Mandelas zu dessen 60. Geburtstag. Davon inspiriert, schrieb er diesen Song und stellte sich darin den Tag von Mandelas Freiheit vor.
Kulturelle Bedeutung
Bring Him Back Home wurde Ende der 1980er-Jahre zur inoffiziellen Hymne der Anti-Apartheid-Bewegung. Für viele brachte das Lied die Forderung in schlichten Worten auf den Punkt: Mandela muss heimkommen. Das Apartheid-Regime verbot den Song, doch er verbreitete sich um die ganze Welt. Nach Mandelas Freilassung 1990 tanzte er zu Masekelas Darbietung, ein Augenblick, in dem die Freiheit greifbar wurde.
Eine Hymne der Hoffnung aus dem Exil: Als Mandela 1990 dazu tanzte, wurde aus der Vision Wirklichkeit.
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Stimela (Der Kohlenzug)
Hugh Masekela
Hintergrund
„Stimela" (Zulu für „Dampflokomotive") ist ein eindringliches Stück von Hugh Masekela, das vom Wanderarbeitssystem der südafrikanischen Minen erzählt. Erstmals 1974 aufgenommen, wurde es im Lauf der Jahre zu einem seiner Signature-Werke. Stimela beginnt häufig mit einem gesprochenen Vorspann, in dem Masekela die Reise eines Zuges schildert, der Männer aus verschiedenen Ländern zu den Minen von Johannesburg bringt.
Kulturelle Bedeutung
Stimela gilt als eine der bewegendsten musikalischen Anklagen gegen das Unrecht in Südafrika. Das Lied macht sichtbar, wie Reichtum auf der Ausbeutung schwarzer Arbeiter aufgebaut wurde, eine Wahrheit, die während der Apartheid und darüber hinaus nachhallte.
Verleiht den ausgebeuteten Arbeitern eine Stimme: eine kraftvolle Hymne der Arbeiterrechte, die auf bestürzende Weise aktuell bleibt.
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Umqombothi
Yvonne Chaka Chaka
Hintergrund
„Umqombothi" ist eine feierliche Hymne von Yvonne Chaka Chaka aus dem Jahr 1987. Der Titel verweist auf umqombothi, ein traditionelles Xhosa-Hirsebier, das seit Jahrhunderten gebraut wird. Dieses hausgemachte Bier ist mehr als ein Getränk; es gehört zu den Zusammenkünften der Gemeinschaft, zu Zeremonien und zu den Festen der Townships.
Kulturelle Bedeutung
Umqombothi wurde zu einem der größten Hits Yvonne Chaka Chakas und festigte ihren Rang als eine der beliebtesten Künstlerinnen Südafrikas. Mit Stolz trug das Lied die Township-Kultur ins Rampenlicht und gewann später, durch popkulturelle und filmische Momente, sogar internationale Aufmerksamkeit.
Ein Trinkspruch auf das Miteinander: Dieser Partysong holte das traditionelle Bier und mit ihm den afrikanischen Stolz auf die große Bühne.
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Weekend Special
Brenda Fassie
Hintergrund
„Weekend Special" war der Durchbruchshit, der Brenda Fassie zum Star machte. Veröffentlicht 1983, war Fassie gerade neunzehn Jahre alt (als Teil von „Brenda and the Big Dudes"). Das Lied erzählt die bittersüße Geschichte einer Frau, die ahnt, dass sie nur ein „Weekend Special" ist, eine Wochenend-Liebschaft ohne wirkliche Bindung. Musikalisch ist es klassischer südafrikanischer Bubblegum-Pop.
Kulturelle Bedeutung
Weekend Special wurde zu einer der ersten südafrikanischen Pop-Singles, die merklichen internationalen Erfolg verbuchten, und ebnete weiteren südafrikanischen Pop-Acts den Weg. Brenda Fassie wurde später zur Ikone, gern beschrieben als die „Madonna der Townships".
Der Bubblegum-Pop-Hit, der eine Legende begründete und zeigte, dass südafrikanischer Pop weltweit Resonanz finden konnte.
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Auf einen Blick
| # | Lied | Künstler | Jahr | Genre | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Asimbonanga | Johnny Clegg & Savuka | 1987 | Afro-Pop / Rock | Freiheitshymne |
| 2 | Shosholoza | Traditionell | traditionell | Folk | Lied der Solidarität |
| 3 | Welela | Miriam Makeba | 1989 | World Music | Rückkehr aus dem Exil |
| 4 | Mannenberg | Abdullah Ibrahim | 1974 | Cape Jazz | Jazz des Widerstands |
| 5 | Nkalakatha | Mandoza | 2000 | Kwaito / Hip-Hop | Einheit nach der Apartheid |
| 6 | Jerusalema | Master KG feat. Nomcebo | 2019 | Afro-House | Globales Phänomen |
| 7 | Pata Pata | Miriam Makeba | 1967 | Afro-Pop | Internationaler Hit |
| 8 | Soweto Blues | Miriam Makeba & Hugh Masekela | 1977 | Afro-Jazz | Klage des Protests |
| 9 | Bring Him Back Home | Hugh Masekela | 1987 | Jazz | Mandela-Hymne |
| 10 | Stimela | Hugh Masekela | 1974 | Afro-Jazz | Protest der Arbeiter |
| 11 | Umqombothi | Yvonne Chaka Chaka | 1987 | Afro-Pop | Fest der Townships |
| 12 | Weekend Special | Brenda Fassie | 1983 | Pop / Bubblegum | Pop-Durchbruch |
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