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Was ist Kapstadts Airbnb-Steuer? Was die neue Satzung für Kurzzeitvermietungen bedeutet

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Februar 10, 2026

Wohnen · Kurzzeitvermietung · Februar 2026

Cape Town plant eine Steuererhöhung von 135 % auf Kurzzeitvermietungen im Airbnb-Stil

Die Stadt wird eine Satzung einführen, die vorschreibt, dass Immobilien, die überwiegend für Kurzzeitvermietungen genutzt werden, gewerbliche Tarife zahlen — auf dem Niveau von Hotels und Gästehäusern. Der Schritt könnte die kommunale Grundsteuerrechnung für Tausende Eigentümer mehr als verdoppeln. Hier ist alles, was du wissen musst.

Die Schlagzeile: Was sich tatsächlich ändert

Am 5. Februar 2026 berichtete Bloomberg, dass die Stadt Kapstadt plant, die kommunalen Grundsteuern auf Immobilien, die überwiegend für Kurzzeitvermietungen genutzt werden — also solche, die auf Plattformen wie Airbnb und Booking.com gelistet sind — mehr als zu verdoppeln. Bürgermeister Geordin Hill-Lewis bestätigte die Pläne.

Nach breiter Berichterstattung veröffentlichte die Stadt jedoch am 9. Februar eine wichtige Klarstellung: Es handelt sich nicht um eine neue Steuer. Nach Kapstadts bestehender Gebühren- und Abgabensatzung müssen Immobilien, die überwiegend für gewerbliche Beherbergung genutzt werden, bereits gewerbliche Tarife zahlen. Das Problem ist die Durchsetzung — viele Betreiber von Kurzzeitvermietungen zahlen Wohnimmobilien-Tarife, während sie betreiben, was die Stadt als „gewerbliches Kurzzeitvermietungsunternehmen“ bezeichnet.

Die neue Satzung wird dieses Schlupfloch schließen, indem sie Plattformdaten nutzt, um zu identifizieren, welche Immobilien von Wohn- zu Gewerbeobjekten umklassifiziert werden sollten. Für Betreiber, die bereits den korrekten Tarif zahlen, ändert sich nichts. Für diejenigen, die bislang zu wenig gezahlt haben, wird die Auswirkung erheblich sein.

„Wir korrigieren das Ungleichgewicht bei den Abgaben. Ein Airbnb ist ein dezentralisiertes Hotel, also muss es dieselben Tarife und Abgaben zahlen wie ein Hotel.“ — Bürgermeister Geordin Hill-Lewis, Stadt Kapstadt

Cape Town in Zahlen

Airbnb-Inserate
26,500+
Mehr als doppelt so viele wie in Barcelona, Amsterdam, New York oder Hongkong.
Dedizierte Vermietungen
7,362
Komplette Wohnungen/Häuser, die 90+ Nächte/Jahr vermietet werden — nur 0,9 % von 818.000 formellen Wohneinheiten.
BIP-Beitrag
R14.4bn
Geschätzter Beitrag von Airbnb zur Kapstadter Wirtschaft im Jahr 2023, der ~42.000 Jobs unterstützt.
Gästeankünfte
700,000
Besucher, die allein 2023 über Airbnb in Kapstadt untergebracht wurden.
Immobilienmarkt
R1.2tn
Wert von Kapstadts Wohnimmobilienmarkt. Die Preise stiegen in den 5 Jahren bis März 2024 um ~30 %.
Wohnungswarteliste
400,000
Haushalte auf der Warteliste der Stadt für staatlich subventionierten Wohnraum.

Wie die Satzung funktionieren wird

Die Stadt plant die Einführung einer Satzung zur Kurzzeitvermietung, die in den kommenden Monaten in die öffentliche Beteiligung gehen wird. Sie verbietet nichts — Kapstadt vermeidet ausdrücklich die Obergrenzen und Verbote, die in Städten wie London, Barcelona und New York verwendet werden. Stattdessen zielt sie auf Besteuerung und Datentransparenz.

Zentrale Mechanismen der vorgeschlagenen Satzung

  • Weitergabe von Plattformdaten: Plattformen für Kurzzeitvermietungen (Airbnb, Booking.com usw.) sollen verpflichtet werden, Daten zu gelisteten Immobilien mit der Stadtverwaltung zu teilen — einschließlich Belegungs- und Verfügbarkeitsinformationen.
  • Bewertung der Hauptnutzung: Die Stadt wird diese Daten nutzen, um zu bewerten, ob eine Immobilie überwiegend für gewerbliche Kurzzeitbeherbergung genutzt wird.
  • Umklassifizierung zu gewerblichen Tarifen: Immobilien, die als überwiegend gewerblich identifiziert werden, werden mit dem gewerblichen Steuersatz pro Rand abgerechnet, statt mit dem Wohnsatz.
  • Formales Register: Es wird ein Register für Kurzzeitvermietungen eingerichtet, damit die Stadt zusätzliche Einnahmen berechnen und die Einhaltung durchsetzen kann.

Entscheidend ist: Die Stadt hat betont, dass gelegentliche Gastgeber nicht das Ziel sind. Wenn du ein Zimmer vermietest oder dein Zuhause ein paar Mal im Jahr während des Urlaubs anbietest, bleibt die Hauptnutzung deiner Immobilie wohnlich. Die Satzung richtet sich gegen Objekte, die als Vollzeit-Kurzzeitvermietungsbetriebe geführt werden — im Grunde nicht lizenzierte Beherbergungsunternehmen, die Wohnsteuersätze zahlen.

Das Geld: Was Hosts wirklich zahlen werden

Hier wird es konkret. Kapstadts aktuelle Grundsteuerstruktur erhebt unterschiedliche Sätze je nachdem, wie eine Immobilie eingestuft ist:

EinstufungSteuersatz pro RandJahresbetrag bei R3m-ImmobilieStatus
Wohnimmobilie (Hauptwohnsitz)0.007159~R18,350*Keine Änderung
Gewerbe / Hotels~0.016835~R50,500Zieltarif für Kurzzeitvermietungen

*Nach R435.000 Freibetrag für den Hauptwohnsitz. Die tatsächlichen Beträge variieren je nach kommunaler Bewertung, die auf der Allgemeinen Bewertungsrolle 2022 basiert. Der gewerbliche Steuersatz pro Rand liegt ungefähr 135 % über dem Wohnsatz.

Für eine Immobilie mit einem Wert von R3 Millionen, die überwiegend als Kurzzeitvermietung genutzt wird, würde die Umstellung von Wohn- auf Gewerbetarife eine Erhöhung um etwa R32.000 pro Jahr bedeuten — von rund R18.000 auf über R50.000. Für höherwertige Immobilien an der Atlantic Seaboard, wo erstklassige Apartments im Schnitt $5.800 pro Quadratmeter kosten, wäre der Effekt entsprechend größer.

⚠️ Wichtige Nuance

  • Die 135 % beziehen sich auf den Unterschied zwischen dem Wohn- und dem Gewerbe-Steuersatz pro Rand, nicht auf eine pauschale Erhöhung für alle Airbnbs.
  • Hosts, die bereits gewerbliche Tarife zahlen (wie es nach der bestehenden Regelung sein sollte), sehen keine Änderung.
  • Immobilien, die überwiegend als Zuhause genutzt werden und nur gelegentlich kurzzeitig vermietet werden, zahlen weiterhin Wohnsätze.
  • Die Satzung ist noch nicht in Kraft — sie muss zuerst die öffentliche Beteiligung durchlaufen.

Warum macht Cape Town das?

Die Motive der Stadt liegen an der Schnittstelle von Wohnraum-Bezahlbarkeit, Fairness und der Ökonomie eines Tourismusbooms.

🏠

Der Wohnungsdruck

Kapstadt hat einen Wohnungsrückstand von etwa 400.000 Haushalten. Die Hauspreise stiegen in den fünf Jahren bis März 2024 um fast 30 %. In beliebten Touristenvierteln wie Sea Point schätzte ein Forscher der University of Waterloo, dass 26 % des Wohnraums an Airbnb-ähnliche Vermietungen verloren gegangen sind. Langzeitmieten ab R10.000/Monat sind für viele Beschäftigte, die R8.000–R10.000 verdienen, nicht bezahlbar.

⚖️

Gleiche Wettbewerbsbedingungen

Hotels und Gästehäuser zahlen seit jeher gewerbliche Tarife und erfüllen Anforderungen an Zonierung, Brandschutz und touristische Lizenzen. Kurzzeitvermietungen aus Wohnimmobilien heraus haben diese Kosten oft vermieden und gleichzeitig direkt um dieselben Gäste konkurriert. Die Stadt sieht darin einen unfairen Vorteil.

📈

„Semigration“ und ausländische Nachfrage

Kapstadts Ruf für verlässliche Dienstleistungen, landschaftliche Schönheit und einen Outdoor-Lifestyle hat inländische „Semigration“ und ausländische Investitionen befeuert. Das Remote Work Visitor Visa hat digitale Nomaden angezogen und die Mietnachfrage erhöht. Das hat die Preise nach oben getrieben, besonders an der Atlantic Seaboard und im City Bowl, wo Investoren zunehmend Ferienvermietungen gegenüber Langzeitmietern bevorzugen.

🌍

Globaler Präzedenzfall

Kapstadt folgt einem globalen Trend. Städte von Barcelona über New York bis Amsterdam haben Kurzzeitvermietungen reguliert — allerdings vermeidet Kapstadt bewusst pauschale Verbote oder Tagesobergrenzen und bevorzugt einen steuerbasierten Ansatz, den die Stadt für marktnäher hält.

Beide Seiten der Debatte

Das ist ein tatsächlich umstrittenes Thema mit legitimen Argumenten auf beiden Seiten. Hier ist ein ausgewogener Überblick:

🔴 Das Argument für Regulierung

Wohnungsaktivisten, Forscher und viele Anwohner argumentieren:

Langzeitmietwohnungen werden in Touristenunterkünfte umgewandelt, was das Angebot verknappt und die Mieten steigen lässt. Über 60 % der Kapstädter Airbnb-Hosts haben mehrere Inserate, was eher auf gewerbliche Strukturen als auf gelegentliches Home-Sharing hindeutet. Beschäftigte in der CBD und den Touristengebieten — Reinigungskräfte, Kellner, Callcenter-Mitarbeiter — können es sich nicht leisten, nahe an ihren Jobs zu wohnen. Die Warteliste mit 400.000 Haushalten zeigt das Ausmaß des ungedeckten Bedarfs. Ohne Eingreifen beschleunigt sich der Trend, weil Investoren höhere Kurzzeitrenditen anpeilen.

🟢 Das Argument für Vorsicht

Stimmen aus der Branche, einige Ökonomen und Airbnb selbst argumentieren:

Dedizierte Kurzzeitvermietungen machen nur 0,9 % von Kapstadts 818.000 formellen Wohneinheiten aus — ein Anteil, der zu klein sei, um die Wohnkrise spürbar zu treiben. Das eigentliche Problem ist unzureichendes Angebot: Kapstadts Bevölkerung ist seit 2011 um 28 % gewachsen, während der Wohnungsbestand nicht mithielt. In Berlin, New York und Barcelona haben harte Beschränkungen für Kurzzeitvermietungen die Mieten nicht gesenkt. Der Sektor trägt R14,4 Milliarden zum BIP bei und unterstützt 42.000 Arbeitsplätze. Eine Überregulierung könnte die Branche in die Schattenwirtschaft drücken und der Tourismusökonomie schaden.

„Kapstadts Wohnungsdruck ist nicht fremdgemacht, nicht investorgemacht und nicht Airbnb-gemacht. Er ist angebotsgemacht.“ — Luthando Tyhalibongo, offizieller Vertreter der Stadt Kapstadt

Wie Cape Town im globalen Vergleich dasteht

Kapstadts Ansatz unterscheidet sich deutlich von anderen Großstädten, die Kurzzeitvermietungen reguliert haben. Die Stadt hat ausdrücklich Besteuerung statt Einschränkungen gewählt.

StadtAnsatzZentrale Maßnahme
Cape TownBesteuerung + DatenaustauschGewerbliche Tarife für Vollzeit-Kurzzeitvermietungen; Plattformdaten verpflichtend; keine Tagesobergrenzen
BarcelonaVerbotAlle Lizenzen für Touristenapartments sollen bis 2028 entzogen werden
New YorkRegistrierung + LimitsHosts müssen sich registrieren; müssen während des Aufenthalts anwesend sein; max. 2 Gäste
AmsterdamTageslimitMax. 30 Nächte pro Jahr für die Vermietung kompletter Wohnungen/Häuser
LondonTageslimitMax. 90 Nächte pro Jahr ohne Baugenehmigung
ParisRegistrierung + LimitJährliche Obergrenze von 120 Nächten; Registrierung Pflicht; hohe Geldstrafen

Die Stadt argumentiert, dass pauschale Verbote oder Tagesobergrenzen Ungleichheit verschärfen können, weil sie neue Immobilienentwicklung und Investitionen entmutigen. Stattdessen kombiniert Kapstadt die Steuerreform mit Maßnahmen auf der Angebotsseite: beschleunigte Freigabe von Flächen für bezahlbaren Wohnraum, vereinfachte Genehmigungen für Bauprojekte und Unterstützung von Projekten wie Mikro-Apartments in Townships nahe wirtschaftlicher Knotenpunkte.

Wie es weitergeht

Die Satzung befindet sich noch in der Entwicklung. Hier ist der erwartete Zeitplan und Prozess:

Erwarteter Prozess

  • Interner Ratsprozess: Der Entwurf der Satzung zur Kurzzeitvermietung wird derzeit innerhalb des Ressorts „Future Planning and Resilience“ der Stadt finalisiert.
  • Öffentliche Beteiligung: Nach interner Freigabe wird der Entwurf zur öffentlichen Stellungnahme veröffentlicht. Die Stadt hat bestätigt, dass dies passieren wird, aber kein konkretes Datum genannt.
  • Verhandlungen mit Plattformen: Die Stadt sagt, Gespräche mit Airbnb, Booking.com und anderen Plattformen deuteten darauf hin, dass diese für eine Zusammenarbeit beim Datenaustausch offen seien.
  • Formales Register: Sobald das Register steht, kann die Stadt berechnen, wie viel zusätzliche Einnahmen die neue Struktur generieren wird.
  • Durchsetzung: Die nächste Phase wird Wasserinspektoren umfassen — und vermutlich nun auch Kontrollen zur Einhaltung der Steuertarife — mit Fokus auf stark gewerbliche Betreiber.

Bemerkenswert ist: Ein Ratsmitglied im Ausschuss für „Human Settlements“ sagte am 5. Februar, dass sie erst bei dieser Sitzung zum ersten Mal über die Kurzzeitvermietungs-Politik informiert wurde — obwohl Medienberichte bereits weit verbreitet waren. Der Entwicklungsprozess liegt beim Ausschuss „Future Planning and Resilience“, aber weder für die Politik zu bezahlbarem Wohnraum noch für die Kurzzeitvermietungs-Satzung wurden feste Zeitpläne genannt.

Airbnb reagierte vorsichtig und erklärte, man „erkenne die Bedeutung von bezahlbarem und zugänglichem Wohnraum“ an und wolle „Teil der Lösung“ sein — betonte aber zugleich, dass dedizierte Inserate weniger als 1 % von Kapstadts Wohnungsbestand ausmachen.

Was sollten Hosts jetzt tun?

Prüfe deine aktuelle Einstufung

Die Stadt ermutigt Betreiber von Kurzzeitvermietungen, proaktiv zu prüfen, ob ihre Immobilie als Wohn- oder Gewerbeobjekt eingestuft ist. Warte nicht auf Kontrollen. Du kannst das auf deiner kommunalen Abrechnung oder über das Online-Immobilienportal der Stadt überprüfen.

📊

Bewerte dein Nutzungsmuster

Wenn deine Immobilie mehr als die Hälfte des Jahres für Kurzaufenthalte vermietet wird, könnte sie nach der bestehenden Regelung bereits als „überwiegend gewerblich“ gelten. Die neue Satzung wird Plattformdaten nutzen, um das schwerer zu umgehen.

💰

Modelliere die finanziellen Auswirkungen

Berechne die Differenz zwischen deiner aktuellen Grundsteuerrechnung (Wohnsatz) und dem, was du zu Gewerbetarifen zahlen würdest. Plane das in deine Mietpreise und dein Jahresbudget ein. Für manche Hosts könnten sich die Zahlen weiterhin lohnen; für andere könnte Langzeitvermietung attraktiver werden.

🗣️

Beteilige dich am Prozess

Wenn der Entwurf der Satzung zur öffentlichen Stellungnahme veröffentlicht wird, bring dich ein. Das gilt, egal ob du Host, Mieter, Wohnungsaktivist oder besorgter Anwohner bist. Öffentliche Beteiligung ist eine gesetzliche Voraussetzung, bevor die Satzung beschlossen werden kann.

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Besuche es-capetown.com
Quellen: Bloomberg, „Cape Town to Double Tax Rates on Airbnb, Short-Term Rental Properties“ (5. Feb. 2026); Time Out Cape Town, „City clarifies Cape Town 'Airbnb tax' requirements“ (9. Feb. 2026); Cape Town Etc, „Cape Town cracks down on Airbnb rates“ (7. Feb. 2026); GroundUp / Kevin Winter analysis (3. Feb. 2026); IOL, „Pushed out: How rising rents and short-term rentals are displacing families“ (24. Jan. 2026); BusinessTech, „The Airbnb lie in Cape Town“ (12. Dez. 2025); AFP / IOL, „Cape Town's housing crisis meets Airbnb boom“ (22. Dez. 2025); ForGood.org.za, „Two-year delay on Cape Town's affordable and inclusionary housing policy“ (6. Feb. 2026); Airbnb 2024 Cape Town Impact Report; InsideAirbnb data; City of Cape Town 2025/26 Rates Policy; The Africanvestor property rates analysis.

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